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Supervision für Massagepraktiker

Menschen, die als Wellness-Masseure arbeiten oder ähnlich körperorientierte Methoden anbieten, können das Angebot der Supervision nutzen.
Die Einzelsupervision dient dazu, ungeklärte, spontan auftauchende Phänomene von Übertragung und Gegenübertragung im Umgang mit Klienten zu klären und immer wieder zu den Grundlagen der eigenen Arbeit einen ressourcenorientierte Zugang zu finden.
Der Kontakt mit anderen Menschen ist eine Angelegenheit hoher Intensität und die Erfahrung zeigt, dass reflektierende Unterstützung hier notwendig ist, um in diesem Bereich langfristig erfolgreich zu arbeiten.

Zwei Beispiele aus der Supervisionspraxis:

Fall 1:
Eine Masseurin, die im Bereich AYURVEDA arbeitet klagt immer nach bestimmten Behandlungen bei 2 bestimmten Personen über Kälteempfindungen im Körper, die ansonsten nicht auftreten. Ich lasse mir die Personen schildern und beobachte den Atemfluss.
In beiden Fällen beschreibt sie ein Druckgefühl im Solarplexus und spürt, dass die Waden in hoher Anspannung sind. Ich frage sie, welche Impulse es im Körper gibt. Sie beschreibt das Bedürfnis nach Abwehr, so dass ich sie einlade, mich und später eine Wand zu „schieben“. Es mobilisiert sich eine gerichtete, kraftvolle Energie gegen ihre Kollegin, die ihr diese beiden Klientinnen geschickt hat. Ich lade Sie ein, die Aussprache zu suchen. In einem Nachfolgetermin 14 Tage später sind die Beschwerden verschwunden, die Sachlage wurde geklärt. Mit den Klientinnen besteht seitdem ein gutes Verhältnis.

Fall 2:
In einem Massageinstitut werden Ganzkörpermassagen, aber auch sogenannte „Tantra- Massagen“, angeboten. Die Behandlerin arbeitet dort seit mehreren Jahren und hat in der letzten Zeit massive Atem- und Nackenprobleme. Ihr Beziehungsleben ist nach ihrer Aussage schwierig und von starken emotionalen Ambivalenzen begleitet.
Wir bearbeiten die Themen in einem Mix aus Massage und Körperarbeit. Im Lauf der Sitzung fällt ihr auf, dass sich die Bauch- und Zwerchfellmuskulatur entkrampft, dadurch der Atem tiefer wird. Auch die Nackenprobleme verschwinden. Ein kurzes Weinen wird von Zittern und auftauchenden erotischen Gefühlen (ihrer Beschreibung nach- in meiner Wahrnehmung Emotionen- näheres in der PDF) begleitet. Wir sprechen anschließend über die Problematik einer solch schwierigen beruflichen Rolle, in der viele Projektionen von Klienten auf Ihre Person gerichtet sind. Sie geben ihr im Körper das Signal, eines „geteilten“ Körpers. Oben und Unten werden von ihr als getrennt gespürt und als beklemmend erlebt, auch wenn über den Intellekt alles in Ordnung scheint. Sie achtet seitdem mehr auf körperliche Signale und bespricht sich mit Kolleginnen über Auffälligkeiten bei verschiedenen Klienten.